Historische Anspielungen zum Namen 司徒霓裳 (Sītú Nícháng)
1. 司徒 – Der alte Beamtenrang und Familienname
Chinesisch: 司徒 (Sītú)
Quelle: Zhouli (周礼, „Riten der Zhou“)
Der Titel Situ war einer der höchsten Beamtenränge im alten China, zuständig für Erziehung, Landverwaltung und Volkszählung. Später entwickelte sich daraus ein verbreiteter Familienname. Berühmte Träger sind etwa 司徒王允 (Sītú Wáng Yǔn) aus der Zeit der Drei Reiche, der die Verschwörung gegen den Tyrannen Dong Zhuo anführte.
2. 霓裳 – Das Regenbogengewand und der Tanz
Chinesisch: 霓裳 (Nícháng)
Quelle: Chuci (楚辞, „Elegien von Chu“) – „九歌·东君“ (Jiǔ Gē · Dōng Jūn)
Der Begriff Nícháng bezeichnet ein schillerndes Gewand, das wie ein Regenbogen leuchtet. In der Dichtung symbolisiert es oft die Kleidung von Unsterblichen oder Göttinnen. Im Gedicht „Der Herr des Ostens“ heißt es: „青云衣兮白霓裳“ (Qīngyún yī xī bái nícháng) – „In wolkenblauem Kleid und weißem Regenbogenrock“.
3. 霓裳羽衣曲 – Das Lied vom Regenbogengewand und Federkleid
Chinesisch: 霓裳羽衣曲 (Nícháng Yǔyī Qǔ)
Quelle: Überliefert aus der Tang-Dynastie, zugeschrieben Kaiser Xuanzong (唐玄宗)
Dieses berühmte Musik- und Tanzstück soll auf eine Traumreise des Kaisers zum Mondpalast zurückgehen, wo er Feen in schillernden Gewändern tanzen sah. Die Melodie wurde zum Inbegriff höfischer Eleganz und ist eng mit der tragischen Liebesgeschichte von Kaiser Xuanzong und Yang Guifei verbunden.
4. 杨贵妃与霓裳羽衣舞 – Yang Guifei und der Tanz
Chinesisch: 杨贵妃 (Yáng Guìfēi)
Quelle: Changhen Ge (长恨歌, „Lied vom ewigen Groll“) von Bai Juyi (白居易)
Die kaiserliche Konkubine Yang Guifei beherrschte den Tanz zum Nícháng Yǔyī Qǔ meisterhaft. Bai Juyi schrieb: „渔阳鼙鼓动地来,惊破霓裳羽衣曲“ (Yúyáng pí gǔ dòng dì lái, jīng pò nícháng yǔyī qǔ) – „Die Kriegstrommeln von Yuyang erschütterten die Erde und zerrissen jäh das Lied vom Regenbogengewand.“ Dies verweist auf den An-Lushan-Aufstand, der die Tang-Dynastie erschütterte.
5. 霓裳 – Symbol für himmlische Schönheit und Vergänglichkeit
Chinesisch: 霓裳 (Nícháng)
Quelle: Shuowen Jiezi (说文解字) und poetische Tradition
Ni (霓) bezeichnet den sekundären Regenbogen, Chang (裳) den Rock. Zusammen steht der Ausdruck für überirdische Anmut, aber auch für die Flüchtigkeit des Schönen – wie ein Regenbogen, der bald verblasst. In der Lyrik wird Nícháng oft verwendet, um die Sehnsucht nach dem Unerreichbaren auszudrücken.